Von Thomas Weibel, 23. Oktober 2010
The show is over – die Preise sind vergeben, der Applaus ist verrauscht. Aber im Netz stehen eine ganze Reihe bemerkenswerter Multi- und Crossmediaprojekte, die dank dem Prix Europa ein noch grösseres Publikum erreicht haben. Und dabei meine ich nicht nur jene gewaltigen Plattformen, die nur dank Hunderttausenden von Euro ins Netz gehievt werden konnten – damit meine ich ganz besonders jene kleinen, etwas unscheinbareren Projekte, die, weil von echter journalistischer Leidenschaft getrieben, ebenso wichtig sind. Daher: Congratulations dem BBC-Kollegen, der einen Prix Europa nach Hause trägt. Und congratulations jenen, die ihn ebenso verdient hätten.
Von Thomas Weibel, 23. Oktober 2010
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And the winner is (lange rhetorische Pause) Lab UK made by the BBC. Web 2.0, das interaktive Internet, als Werkzeug der Wissenschaft, als spannendes Fernsehthema und als formidable Website: Vielleicht ist das Web 3.0. Auf jeden Fall ist das Projekt ein beeindruckender, würdiger, verdienter Sieger des diesjährigen Prix Europa. Well done, lads. Congrats!
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Update – Zitate aus der Laudatio der Jury:
- [Lab UK] is truly at the heart of a collaborative production and makes programme makers come to you for content
- it’s a project with longevity, it will be used again and again and I need to think how I can do it too
- it bridges the gap between the niche science community and the wider public
Dem ist nichts hinzuzufügen. Ein service-public-Projekt der Sonderklasse eben.
Von Thomas Weibel, 23. Oktober 2010
Das ist er, der begehrte Preis – kein Kalb wie beim Eidgenössischen, sondern ein ausgewachsener Stier. Naja, jedenfalls ein schöner Teil davon. Die Stimmung unter den Jurymitgliedern der Kategorie Emerging Media jedenfalls ist aufgeräumt, bei den Shortlist-Verantwortlichen zumal. Die Spannung steigt.

Von Thomas Weibel, 23. Oktober 2010
Wusst’ ich’s doch! Die übrigen Jurymitglieder müssen meinen Blog gelesen haben. Beide Fünfstern- und drei Viersternprojekte sind die Top Five, wie sie heute bekanntgegeben wurden:
Ich gratuliere den Kolleginnen und Kollegen von ganzem Herzen, lasse meinem Neid freie Bahn und drücke den fünf Projekten alle Daumen, derer ich habhaft werden kann. (Da ich allerdings trotz viel guten Willens nur über deren zwei verfüge, wird’s am Ende nur für den Sieger und die special commendation reichen. Wer letztlich ausgezeichnet wird, zeigt sich heute abend. Ich werde da sein und mobloggen. Grosses Indianerehrenwort.)
Von Thomas Weibel, 22. Oktober 2010
 Swissinfo: Border Stories
Am Anfang war da die verrückte Idee des amerikanischen Bergsteigers und Autors John Harlin: in drei Monaten die Schweiz zu umrunden, jederzeit “höchstens einen Steinwurf von der Grenze entfernt”. Daraus wurde die Aktion “Border Stories” von Swissinfo. Die Strecke, die sich Harlin vornahm, ist über 2000 Kilometer lang, wovon 170 Kilometer erklettert werden müssen. Indes: Bereits nach einer Woche brach sich Harlin bei einem Bergunfall in der Nähe des Mont Dolent beide Füsse und musste sein wahnwitziges Unterfangen abbrechen. Oder genauer: unterbrechen: Mittlerweile geheilt, paddelt Harlin zur Zeit auf dem Rhein und radelt anschliessend durch den Jura. Im Frühsommer 2011 wird er in die Alpen zurückkehren und seine Schweiz-Umrundung vollenden.
Der Webauftritt von “Border Stories” basiert auf Google, Google, Google und Google: auf einer Google-Map in Satellitenansicht, mit vielen auf Picasa hochgeladenen Fotos und einer Latitude-Ortung des Protagonisten. Dazu gesellen sich ein Tagebuch in Text und Video (erfasst und gefilmt von Harlin selbst mit einem Google-Phone), ein Porträt des Abenteurers, eine Reihe von Webdossiers, Reportagen, Interviews und ein erfolgreicher Facebook-Auftritt. Ein ehrgeiziges Extremsportprojekt, ein big shot der amerikanischen Outdoor-Szene, grundsolide Online-Handarbeit. Drei Sterne.
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