Die Internationale Funkausstellung (IFA) Berlin ist eine Neuheitenmesse – und ergo kein Ort, an dem sich die grossen Entwicklungen gründlich reflektieren liessen. Aber die IFA richtet Jahr für Jahr ein Scheinwerferlicht auf Geräte und Gadgets, die mit gutem Grund das Zeug zum Erfolg haben. In den letzten Jahren waren das die Smartphones und die Netbooks, dieses Jahr waren’s die Tablets und Pads.
Drei Dinge zeigen sich in aller Deutlichkeit:
- Die bilderverwöhnte Welt will Stoff, und der heisst – nach Kinofilmen wie “Avatar” und “Alice in Wonderland” – 3D. Reif ist die Technik erst halb; die störenden Brillen und der Mangel an Produktionen hemmen die Nachfrage. Aber die Forschung arbeitet mit Hochdruck an brillenfreien Systemen, und es ist abzusehen, dass 3D-Fernseher und -Games bald Einzug in die gute Stube halten.
- Nicht nur Menschen wollen kommunizieren, sondern auch Geräte. Mit anderen Worten: Fotos auf dem Notebook und Videos auf dem PC sind ein Unding, wo beides doch auf den Fernseher oder, wenn unterwegs, aufs Smartphone gehört. Integration tut not, und alle grossen Hersteller verfügen heute über Systeme, die TV mit PC mit Handy mit Stereoanlage verbinden. Drahtlos und simpel. Die nötige Technik namens WLAN ist längst breit verfügbar, jetzt müssen nur noch die wirklich intelligenten Geräte her. Und so werden wir künftig die Medien da konsumieren, wo sie hingehören: Fotos und Youtube-Filme am Fernseher, iTunes-Musik auf dem Sofa, Mails auf dem Handy und Zeitungen auf dem Pad.
- Nicht Apple hat die modernen Alltagsgeräte erfunden. Aber Apple hat die Hausaufgaben eines Herstellers moderner consumer electronics um Klassen besser gelöst als eine ganze übrige Industrie. Was Wunder, dass heute jedes mobile Telefon eine iPhone-Kopie und die Touchscreen-Industrie vollkommen überlastet ist. Mit althergebrachten Geräten – Radio, Fernseher, Computer – ist kein Staat mehr zu machen. Hip, weil wirklich nützlich, sind mobile Konvergenzgeräte wie iPhone und iPad. Medien, allen voran Radio und Fernsehen, sollten alles daran setzen, diese neuen Plattformen mit ihren Inhalten zu erobern. Da ist eine Welt, die durchaus fernsehen und Radio hören will, nur eben mobil und on demand.
Das Zauberwort heisst nicht länger Web, sondern App.

Kommentare